Verdienter Ruhestand

In Kürze geht unser jahrelanges Löschfahrzeug in den wohlverdienten Ruhestand. Ersatz steht bereits in den Startlöchern und wird demnächst den Dienst antreten. Grund genug, um vorher noch einmal auf 35 Jahre Feuerwehrgeschichte und einige Anekdoten zurückzublicken.

Ausgebaut wurde der Mercedes-Benz 1222 AF im Jahre 1986 als TLF 16/25 von der Firma Heines in Wuppertal. 2500 Liter Löschwasser, Atemschutzgeräte, die sich während der Fahrt anlegen ließen und eine geräumige Gruppenkabine zeichneten das Fahrzeug zu damaliger Zeit aus und entsprachen dem neusten Stand der Technik. Zunächst verrichtete des Fahrzeug seinen Dienst bei der Löschgruppe Hückelhoven und erlebte dort schon eine ganze Menge. So war es etwa bei der Gasexplosion im Jahre 1996 auf der Hilfarther Straße oder beim Brand des Gartencenters auf der Rheinstraße zur Stelle. Gefragt war das Fahrzeug aber auch über die Stadtgrenzen hinaus: Mit dem großen Wassertank ging es mehrmals bei größeren Vegetationsbränden in den überörtlichen Einsatz.

 

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In Hückelhoven wurde 1998 das Fahrzeug durch ein neues Tanklöschfahrzeug, ausgestattet mit 5000 Litern Wasser, ersetzt. Zu diesem Zeitpunkt wurde in Hilfarth ein neues, moderneres Löschfahrzeug nötig. Der hier im Dienst befindliche Rundhauber wurde verkauft und man freute sich sehr, das „neue/alte“ TLF 16/25 der Löschgruppe Hückelhoven übernehmen zu können.

Auch bei uns in Hilfarth erlebte das Fahrzeug viele spannende Einsätze. Großbrände in Industriebetrieben, Wohnungsbrände, stundenlange Dauereinsätze nach Unwettern und nicht zuletzt kilometerlange Ölspuren – alles kein Problem für den Mercedes-Benz. Seine letzten Bewährungsproben beim Großbrand der Holzhandlung in Brachelen oder die tagelange Hochwasserlage im Juli diesen Jahres meisterte unser Löschfahrzeug mit Bravour.

Hörprobe des V6-Diesels beim Kaltstart

Doch nicht nur das unverwechselbare, schon aus großer Ferne hörbare Brummen des V6-Motors und die nostalgisch anmutende Optik werden uns gerne an das Fahrzeug zurückerinnern lassen. Denn es waren auch viele kleine Eigenheiten, die immer wieder für ein Schmunzeln sorgten.

Da wäre zum Einen die defekte Dieseltankuhr, die erst „halb“ zeigte, wenn der Tank zumeist schon ganz leer war. Das Volltanken stellte den Maschinisten auf die Probe, denn bei Unachtsamkeit hätte es durch den undichten Tankdeckel, der bautechnisch bedingt war, schnell zu einer selbst gelegten Dieselspur kommen können. Daher musste der Pegel beim Tanken immer mit einer Taschenlampe beobachtet werden, um den Tankvorgang dann rechtzeitig zu beenden. Durch entsprechende Sensibilisierung unserer Maschinisten war das jedoch kein Problem.

Oder der Defekt der Heizung: Winter wie Sommer „knallte“ diese zuverlässig durch. Für den Temperaturausgleich sorgten aber die defekten Fensterkurbeln – denn da sich die Fenster der Mannschaftskabine nicht mehr ganz schließen ließen, wehte uns bei Wind und Wetter frischer Fahrtwind um die Nase.

Nach und nach wurden Umbauten und Reparaturen erforderlich, zwischenzeitlich musste 2010 eine neue Pumpe eingebaut werden. Zwei Jahre später wurde das Fahrzeug dann mit gelber Schrift im modernen Design der Feuerwehr Hückelhoven beklebt. Jetzt, nach 23 Jahren bei der Löschgruppe Hilfarth, hat das Fahrzeug seinen Dienst getan. Viele kleinere Reparaturen waren nötig, neue Normen und Standards sind bei der Feuerwehr eingekehrt. Um den zeitgemäßen Anforderungen gerecht zu werden, beschaffte die Stadt Hückelhoven ein neues Einsatzfahrzeug für die Löschgruppe Hilfarth. Am bereits ausgelieferten Neufahrzeug wird bereits fleißig geübt, sodass es in Kürze unser altes Fahrzeug ablösen wird. Näheres dazu folgt bei gegebenem Anlass.

Stolz auf 23 Jahre treue Begleitung und mit vielen schönen wie traurigen Erinnerungen schicken wir das 41/LF 20 nun in den Ruhestand und freuen uns gleichzeitig auf die ersten Herausforderungen mit unserem nagelneuen 41/LF 10.

Bis dahin!

Ihre Löschgruppe Hilfarth